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// 28.04.2017

LRC-Nachwuchswissenschaftler trafen sich zur zweiten LRC Sommerschule in Dortmund

Die zweite Sommerschule für die Nachwuchswissenschaftler des LRC fand vom 24. bis 27. April 2017 in Dortmund statt. Die Organisation übernahm das Team um Nachwuchsgruppenleiter Erik Freier am Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS).

Die jungen Wissenschaftler aus den fünf Nachwuchsgruppen des LRC erhielten einen Einblick in analytische Technologien für die Multi-Parameteranalyse von biologischen Materialien. Am ISAS wird Fachwissen aus Chemie, Biologie, Physik und Informatik kombiniert, um neue Analysemethoden zu entwickeln. Da also Interdisziplinarität am ISAS tägliche Praxis ist, waren die LRC Nachwuchswissenschaftler aus den Fachrichtungen Chemie, Physik, Biotechnologie und Materialwissenschaften in besten Händen. So lernten sie, zum Beispiel, die kohärente Anti-Stokes Raman Spektroskopie (CARS) oder auch die Free Flow Elektrophorese (FFE) in praktischen Experimenten kennen. In Seminarvorträgen vermittelten Erik Freier und Dirk Janasek, Wissenschaftler am ISAS, darüber hinaus die theoretischen Hintergründe zu Spektroskopie und Elektrophorese.

Auch die diesjährige Sommerschule förderte vor allem das interdisziplinäre Zusammenwirken und die gemeinsame Arbeit an einer Sache. Besonders für Fachfremde ist das „Begreifen“ der einzelnen Aufgaben – in diesem Fall der LRC-Nachwuchsgruppe „Analytik und Reaktionscharakterisierung“ - wichtig für die eigene Arbeit und den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand. Insbesondere den Promovierenden half die Sommerschule, den eigenen Horizont zu erweitern und neue Analysetechniken kennenzulernen.

Für Johann Kufs, Biotechnologe und Promovierender der Nachwuchsgruppe am Leibniz-HKI in Jena, war die Sommerschule eine echte Bereicherung. „Es war sehr hilfreich, die Details der wissenschaftlichen Praxis anderer Gruppen kennenzulernen. Dadurch konnte ich kritische Prozesse und Limitierungen in den Bereichen Mikrofluidik und Spektroskopie besser verstehen. Dies fördert vor allem die interdisziplinäre Zusammenarbeit, da die Kommunikation durch das vermittelte Grundwissen in den jeweiligen Disziplinen vereinfacht wird.“ Fasziniert war er besonders von der FFE: „Ich hatte mich schon seit längerem gefragt, wie wir Edukte und entstehende Produkte nach dem Reaktor trennen wollen und die FFE scheint mir eine gute Lösung.“

Der Polymerforscher Max Männel promoviert in der Nachwuchsgruppe am Leibniz-IPF in Dresden und konnte theoretische Kenntnisse aus seinem Chemiestudium, insbesondere über die Raman-Spektroskopie, vertiefen. „Besonders spannend fand ich den Aufbau des CARS für die spektroskopischen Messungen. Es war sehr interessant zu sehen, welche Informationen man einer Probe mittels CARS entlocken kann. Bisher kannte ich CARS nur aus der Theorie und aus Gesprächen mit Paul Ebersbach, Promovierender am ISAS. Daher war es sehr lehrreich, CARS-Messungen eigenhändig durchzuführen und sozusagen live zu sehen.“ Neben den fachlichen Inhalten gefiel ihm das Miteinander der LRC-Mitglieder am besten. „Da ich an der ersten Sommerschule im vergangenen Jahr noch nicht teilnehmen konnte, hatte ich bisher nur vereinzelt Kontakt zu anderen Doktoranden und Postdocs. Durch die diesjährige Sommerschule hat sich dies grundlegend geändert.“ Darüber hinaus hat es nicht nur den beiden sehr viel Spaß gemacht.

Den Abschluss der Sommerschule bildete ein Treffen aller fünf Nachwuchsgruppenleiter, um das Konzept für ein erstes Funktionsmodell ihrer Kooperationsarbeit – den so genannten Common Demonstrator - zu entwerfen und konkrete weitere Arbeitsschritte zu planen.

Die nächste Sommerschule wird vom 25. bis 27. April 2018 am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle (Saale) stattfinden, direkt im Anschluss an die Wirkstofftage des Leibniz Forschungsverbunds Wirkstoffe und Biotechnologie. Die Teilnehmer werden dort einen Einblick in die Promiskuitätsanalyse und biokatalytische Charakterisierung von Enzymen erhalten sowie die Chemie der enzymatischen C-C-Bindungsknüpfung und H-C-Hydroxylierung kennenlernen.

Die von Erik Freier geleitete LRC-Nachwuchsgruppe „Analytik und Reaktionscharakterisierung“ in Dortmund entwickelt die Analytik für die mikrofluidischen Zellen, in denen Molekülbausteine für komplexere chemische Verbindungen synthetisiert werden sollen. Quantitative Messungen von komplexen Metaboliten und Enzymaktivitäten in geringsten Flüssigkeitsmengen können dabei online während der Synthese erfolgen.

Die Teilnehmer der LRC Sommerschule 2017
Die Teilnehmer der LRC Sommerschule 2017

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