Von Primern, Plasmiden und Proteinen…

// 14.10.2016

Erste LRC Sommerschule in Jena

Die erste Sommerschule des Leibniz Research Clusters „Bio/synthetische multifunktionale Mikroproduktionseinheiten – neuartige Wege der Wirkstoffentwicklung“ (LRC) fand vom 6. bis 10. Oktober 2016 in Jena statt. Die Organisation übernahm das Team um Nachwuchsgruppenleiter Vito Valiante am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut.

Zwölf junge Wissenschaftler aus den fünf Nachwuchsgruppen des LRC trafen sich in Jena, um verschiedene molekularbiologische Methoden kennenzulernen. Aus den Fachrichtungen Chemie, Physik, Biotechnologie und Materialwissenschaften kommend, betraten die Nachwuchswissenschaftler größtenteils wissenschaftliches Neuland – das Kernanliegen der Sommerschule. Neben zwei verschiedenen Varianten der Klonierung von Plasmiden wurden auch die Proteinexpression in Hefezellen und ein klassischer Aktivitätstest praktisch im Labor durchgeführt. In Seminarvorträgen vermittelte Vito Valiante darüber hinaus die theoretischen Hintergründe zu Klonierungsmethoden und Primerdesign.

Gerade für die fachfremden Kooperationspartner war dieser Einblick sehr wichtig, um grundlegende Zusammenhänge, sowie den zeitlichen Ablauf beispielsweise von der Klonierung bis zum gereinigten Protein zu verstehen. Neben der exzellenten Betreuung im Labor wurde auch die Organisation, z. B. die gemeinsame Unterbringung in einer Pension mit Gemeinschaftsküche und Wohnraum, von den Teilnehmern sehr gelobt, weil sich dadurch ein gegenseitiger Austausch und Kontakte untereinander überhaupt erst entwickeln konnten.

„In diesen Tagen erhielten wir fachfremden LRC-Mitglieder einen intensiven Einblick in den Arbeitsalltag der Jenaer Biobricks-Gruppe, wodurch nicht nur Anknüpfungspunkte zu unseren eigenen Themengebieten deutlicher hervortraten, sondern auch zukünftige Schritte gemeinsam diskutiert und anschließend geplant werden konnten.“ berichtet die promovierte Chemikerin Pia Rosendahl.

Materialwissenschaftlerin Lizbeth Ofelia Prieto-López fügt begeistert hinzu: „Die Sommerschule war eine wissenschaftlich erfrischende Erfahrung! Sie zeigte mir eine Seite der Wissenschaft, die ich zuvor gar nicht gekannt hatte. Das wiederum half mir, die Relevanz des Projekts zu verstehen und machte die Interaktion mit den anderen Mitgliedern der verschiedenen Arbeitsgruppen viel einfacher.“

Den Abschluss der Sommerschule bildete der Jahreskongress Biotechnologie 2020+ am 11. und 12. Oktober in Jena.

Die nächste Sommerschule wird vom 24. bis 27. April 2017 am Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS) in Dortmund stattfinden. Die Teilnehmer werden dort einen Einblick in analytische Methoden wie z. B. Spektroskopie und Freiflusselektrophorese erhalten und einen ersten Demonstrator, also ein Funktionsmodell ihrer Kooperationsarbeit testen.

Die von Vito Valiante geleitete LRC-Nachwuchsgruppe „Biobricks mikrobieller Naturstoff-Biosynthesen“ in Jena schafft durch die Identifizierung und Klonierung geeigneter Gencluster, sowie die Expression der entsprechenden Proteine die Arbeitsgrundlage für die vier weiteren Kooperationspartner. Diese wollen die gereinigten Enzyme im Folgenden in geeigneten Kompartimenten innerhalb mikrofluidischer Fließzellen immobilisieren und für die Produktion von Molekülbausteinen für komplexere chemische Verbindungen aktivieren.[SG]

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